Wandgestaltung im Hotel The Florentin in Frankfurt
Manche Räume funktionieren erst, wenn man sie nicht mehr als einzelne Wände betrachtet.
Genau das war für mich der spannende Teil bei dieser Wandgestaltung für das Hotel The Florentin in Frankfurt. Das Treppenhaus besteht aus vielen Flächen, Kanten, unterschiedlichen Höhen und Blickwinkeln. Statt jede Wand für sich zu gestalten, sollte daraus eine zusammenhängende Bildwelt entstehen.
Das Ergebnis ist eine tropisch anmutende Wandmalerei, die sich durch das Treppenhaus zieht und sich mit der Architektur verändert. Große Blätter wachsen über Ecken hinweg, Strelitzien setzen warme Akzente und einzelne Pflanzen verschwinden hinter Treppen oder tauchen aus einem neuen Blickwinkel wieder auf.
Je nachdem, wo man steht, sieht die Gestaltung ein bisschen anders aus.
Eine Wandmalerei, die mit dem Raum funktioniert
Bei einer klassischen Leinwand ist der Rahmen klar. Bei einer Wandgestaltung ist der Raum selbst der Rahmen – und manchmal macht er es einem nicht gerade einfach.
Im The Florentin waren genau diese räumlichen Besonderheiten interessant: Treppenläufe, hohe Wandflächen, Ecken, Durchgänge und die verschiedenen Perspektiven beim Hinauf- oder Hinuntergehen.
Deshalb wollte ich kein Motiv entwickeln, das einfach auf die vorhandenen Flächen übertragen wird. Die Gestaltung sollte sich an den Raum anpassen.
Die Architektur gibt vor, was möglich ist. Die Kunst entscheidet, was daraus entsteht.
Gerade bei einer individuellen Wandgestaltung finde ich diesen Gedanken wichtig. Ein Entwurf kann auf dem Bildschirm funktionieren und trotzdem an einer Wand völlig anders wirken. Vor Ort kommen Entfernung, Licht, Perspektive und Bewegung dazu.
Bei diesem Projekt wurde deshalb die gesamte Situation Teil des Motivs.
Tropische Pflanzen als Bildwelt für The Florentin
Die Gestaltung ist geprägt von üppiger tropischer Vegetation. Große Blattformen treffen auf feinere Pflanzen, Strelitzien und unterschiedliche organische Strukturen.
Farblich bewegt sich die Wandmalerei hauptsächlich zwischen verschiedenen Grünnuancen, Beige und Ocker. Dazu kommen warme Rot- und Orangetöne, die sich gezielt zwischen der Vegetation wiederfinden.
Mir war wichtig, dass die Pflanzen nicht wie einzelne Illustrationen nebeneinanderstehen. Sie überlagern sich, verschwinden hintereinander und bilden unterschiedliche Ebenen.
Dadurch entsteht Tiefe.
Gerade in einem Treppenhaus ist das spannend, weil man die Wandkunst nie aus nur einer Perspektive betrachtet. Während man sich durch den Raum bewegt, verändert sich automatisch auch der Ausschnitt des Bildes.
Die eigentliche Herausforderung: nicht in einzelnen Wänden denken
Eine große gerade Wand zu gestalten, ist etwas völlig anderes als ein komplettes Treppenhaus.
Bei diesem Projekt musste die Wandmalerei auf mehreren Flächen gleichzeitig funktionieren. Ein Element, das von unten sehr präsent erscheint, kann von oben kaum sichtbar sein. Eine Ecke kann ein Motiv optisch trennen – oder bewusst genutzt werden, um zwei Bereiche miteinander zu verbinden.
Genau solche Stellen machen eine künstlerische Wandgestaltung für mich interessant.
Ich versuche deshalb, bei der Planung nicht ausschließlich in Quadratmetern zu denken. Mich interessiert zunächst: Wie bewegt man sich durch diesen Raum? Wo fällt der Blick hin? Welche Flächen sieht man gleichzeitig? Und welche Bereiche entdeckt man erst später?
Beim The Florentin wurde daraus eine zusammenhängende Pflanzenwelt, die sich durch die Architektur zieht, anstatt an jeder Wand neu anzufangen.
Warum Wandgestaltung gerade in Hotels spannend ist
In einem Hotel gibt es viele Flächen, die funktional notwendig sind, gestalterisch aber häufig wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Flure und Treppenhäuser gehören dazu.
Dabei bewegen sich Gäste genau durch diese Bereiche immer wieder. Auf dem Weg zum Zimmer, zur Lobby oder beim Wechsel zwischen verschiedenen Etagen.
Individuelle Wandkunst kann solchen Räumen eine eigene Identität geben. Sie kann Farben und Formen aus dem Interior Design aufnehmen, eine Geschichte weiterführen oder bewusst einen Kontrast schaffen.
Interessante Flächen für eine professionelle Wandmalerei sind beispielsweise:
Treppenhäuser und Flure
Lobby- und Empfangsbereiche
Restaurants, Bars und Frühstücksräume
Hotelzimmer und Suiten
Konferenz- und Veranstaltungsbereiche
Fassaden und Innenhöfe
Dasselbe Prinzip funktioniert natürlich außerhalb der Hotellerie. Auch bei der Wandgestaltung für Unternehmen, in Restaurants, Büros oder anderen öffentlichen Innenräumen kann Kunst einen Raum deutlich stärker prägen als ein austauschbares Wandbild.
Entscheidend ist für mich dabei immer der Bezug zum Ort.
Von der freien Wand zum individuellen Entwurf
Am Anfang einer Wandgestaltung steht deshalb normalerweise noch nicht die Frage nach der letzten Farbe oder dem kleinsten Detail.
Zuerst geht es um den Raum.
Wie groß ist die Fläche? Wie wird sie genutzt? Aus welcher Entfernung sieht man sie? Gibt es Möbel, Türen, Fenster oder andere architektonische Elemente? Und natürlich: Welche Atmosphäre soll am Ende entstehen?
Daraus entwickelt sich Schritt für Schritt die gestalterische Richtung.
Bei manchen Projekten gibt es bereits sehr konkrete Vorstellungen. Bei anderen steht vielleicht nur fest, dass der Raum wärmer, auffälliger, ruhiger oder individueller werden soll.
Beides funktioniert.
Eine individuelle Wandmalerei muss deshalb auch nicht bedeuten, dass ein Kunde bereits mit einem fertigen Motiv zu mir kommt. Oft ist genau die Entwicklung der Idee ein wichtiger Teil des Projekts.
Wandkunst und Innenarchitektur sollten miteinander sprechen
Besonders bei Hotels, Gastronomie und Unternehmen schaue ich mir deshalb gerne an, was bereits vorhanden ist.
Materialien, Farben, Möbel, Licht und Architektur geben viele Hinweise darauf, welche Gestaltung funktionieren könnte.
Manchmal bedeutet das, sehr reduziert zu arbeiten. Manchmal darf eine Wand dagegen fast vollständig verschwinden und zur Bildfläche werden.
Beim Treppenhaus im The Florentin war Letzteres möglich.
Die tropische Vegetation nimmt große Teile der Wandflächen ein. Gleichzeitig bleiben Bereiche bewusst ruhiger. Dadurch bekommt das Motiv Raum und wirkt trotz der vielen Pflanzen nicht wie ein durchgehendes Muster.
Für mich liegt genau darin der Unterschied zwischen einer beliebigen Wanddekoration und einer individuell für einen Ort entwickelten Wandkunst.
Du planst selbst eine Wandgestaltung? Das sind häufig die ersten Fragen
Was kostet eine individuelle Wandgestaltung?
Einen pauschalen Quadratmeterpreis finde ich bei künstlerischen Projekten nur bedingt sinnvoll. Zwei gleich große Wände können einen völlig unterschiedlichen Aufwand verursachen.
Der Preis hängt unter anderem von Größe und Beschaffenheit der Fläche, Motiv und Detailgrad, Zugänglichkeit, Entwurfsaufwand und den Bedingungen vor Ort ab.
Für eine erste Einschätzung reichen deshalb meist Fotos der Wand, ungefähre Maße und eine kurze Beschreibung der Idee.
Wie lange dauert eine professionelle Wandmalerei?
Auch das hängt stark vom Projekt ab. Eine einzelne Innenwand mit reduziertem Motiv ist etwas anderes als ein komplexes Treppenhaus über mehrere Ebenen.
Neben der reinen Fläche spielen vor allem Motiv, Detailgrad, Untergrund und Zugänglichkeit eine Rolle. Der zeitliche Rahmen lässt sich deshalb sinnvoll einschätzen, sobald die wichtigsten Eckdaten des Projekts bekannt sind.
Muss ich schon genau wissen, welches Motiv ich möchte?
Nein.
Eine grobe Richtung reicht für den Anfang vollkommen aus. Das kann ein bestimmtes Thema sein, eine Stimmung, eine Farbwelt oder einfach der Wunsch, einen bisher leeren Raum interessanter zu gestalten.
Aus diesen Informationen kann anschließend ein individuelles Konzept entstehen.
Kann die Gestaltung an bestehende Architektur angepasst werden?
Ja – und genau das ist häufig besonders interessant.
Türen, Fenster, Ecken, Treppen, Nischen oder ungewöhnliche Wandformen müssen keine störenden Elemente sein. Sie können bewusst in den Entwurf einbezogen werden.
Das Projekt im The Florentin ist dafür ein gutes Beispiel: Die verschiedenen Ebenen und Perspektiven des Treppenhauses sind keine Einschränkung der Wandmalerei, sondern ein Teil ihrer Wirkung.
Ist Wandmalerei nur für Hotels interessant?
Überhaupt nicht. Individuelle Wandgestaltung funktioniert überall dort, wo ein Raum einen eigenen Charakter bekommen soll.
Ich gestalte Wände für unterschiedliche Innenräume und gewerbliche Projekte – beispielsweise Unternehmen, Gastronomie, öffentliche Bereiche oder besondere private Räume. Entscheidend ist weniger die Art des Gebäudes als die Frage, was die Gestaltung dort bewirken soll.
Was vom Projekt bleibt
Ich mag Projekte, bei denen man eine Wand nach der Gestaltung kaum noch als einzelne Fläche wahrnimmt.
Beim The Florentin ist aus mehreren Wänden, Ecken und Treppenabschnitten eine zusammenhängende Bildwelt entstanden. Und genau deshalb funktioniert das Motiv für mich an diesem Ort: Die Pflanzen wurden nicht einfach in den Raum gesetzt. Sie reagieren auf ihn.
Wer die Treppe hinuntergeht, sieht eine andere Komposition als jemand, der nach oben kommt. Details verschwinden. Neue tauchen auf. Das Bild verändert sich mit der eigenen Bewegung.
So darf Wandgestaltung für mich gerne sein.
Eine eigene Wand im Kopf?
Wenn du ein Hotel, Restaurant, Unternehmen oder einen anderen Raum gestalten möchtest, brauchst du für eine erste Anfrage noch kein fertiges Konzept.
Schick mir gerne ein paar Fotos der Fläche, ungefähre Maße und alles, was du bereits zur gewünschten Richtung im Kopf hast. Ob daraus eine reduzierte Gestaltung, eine großflächige Wandmalerei oder etwas ganz anderes wird, können wir anschließend gemeinsam herausfinden.